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Mut vor Ort - Geschlechterreflektierende Präventionsarbeit gegen Neonazismus

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten (AGJF) Sachsen e.V. realisiert im Zeitraum von 2011 bis 2014 ein Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN".
"Mut vor Ort" bietet Fortbildungen, Coachings und konzeptionelle Beratung für Fachkräfte der Jugendhilfe an. Diese finden meist "vor Ort" in den Einrichtungen statt. Sie thematisieren die Verflechtung von Geschlechtssozia-lisation und neonazistischen Orientierungen.

Die AGJF Sachsen e. V.
Die AGJF Sachsen e. V. ist eine Dach- und Fachorganisation sowie Dienstleisterin für Jugendar¬beit und Jugendhilfe. Neben Lobbyarbeit und politischer Interessenvertretung für Träger von Jugendarbeit, bieten wir vor allem in den Bereichen Fortbildung und Beratung vielfältige Leistungen für die Jugendhilfe in Sachsen an und führen modellhaft Projekte in verschiedenen Bereichen durch.
Ziel ist es, mit unseren Angeboten die fachliche Kompetenz von Jugendarbeit(erInnen) zu verbessern und praktische Hilfestellungen zu geben. Daher legen wir in diesen Angeboten und Projekten Wert darauf, neue Ideen aufzugreifen und der sächsischen Jugendhilfe zugänglich zu machen.

Was macht das Projekt „Mut vor Ort“?
Das Projekt „Mut vor Ort“ arbeitet an verschiedenen Standorten mit Projekten der Jugendhilfe in Sachsen zusammen, deren Arbeitsfelder offene Jugendarbeit, mobile Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit und Jugendbildung sind. Die Fachkräfte der Standorte arbeiten in ihrem Alltag mit neonazistisch orientierten Jungen und Mädchen und werden zum Thema Neonazismus und Geschlecht langfristig, über etwa zwei Jahre, begleitet und beraten. Zur Vermittlung eines geschlechterreflektierenden Ansatzes ist aus unserer Sicht eine langfristige Begleitung erfolgversprechend. Im Beratungsprozess können Inhalte von Fortbildungen und Beratungen in die Alltagspraxis, in Konzepte und Maßnahmenplanung implementiert werden und Haltungsänderungen der Fachkräfte erreicht werden. Die Reflexion der eigenen Person ist in der Auseinandersetzung mit Neonazismus und Geschlecht grundlegend, um eine demokratiefördernde, geschlechterreflektierte Fachpraxis zu gestalten und Mut für die Auseinandersetzung mit einer herausfordernden Zielgruppe aufzubringen.
Neben der Konzeptverankerung dieser Ansätze wird das Thema in der Jugendhilfe Sachsens thematisiert. Dazu finden Fortbildungen (Seminare und Fachtage) zum Thema für interessierte Fachkräfte auch außerhalb der Standorte statt.

Welche Ziele verfolgt das Projekt?
Mit der Arbeit im Modellprojekt streben wir an, dass geschlechterreflektierende Jugendarbeit in der Jugendhilfe Sachsens als professionelles Angebot zur Auseinandersetzung mit neonazistisch orientierten und beeinflussten Jugendlichen stattfindet. Um dieses Ziel zu erreichen, entsteht an den begleiteten Standorten ein partizipativ erarbeitetes Konzept zu geschlechterreflektierender Präventionsarbeit gegen Neonazismus, welches praktisch umgesetzt wird. Abgeleitet von den Erfahrungen aus der Praxis entsteht ein übertragbares Konzept für Fachkräfte der Jugendhilfe. Angestrebt wird darüber hinaus die Verankerung geschlechterreflektierender Präventionsarbeit gegen Neonazismus in den Strukturen und Planungen der sächsischen Jugendhilfe.

Das Modellprojekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Programms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN", durch das Land Sachsen im Rahmen des Programms "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz" sowie durch die Heidehof-Stiftung.

Kontakt:
www.mut-vor-ort.de
mut-vor-ort@agjf-sachsen.de