Lesben- und Schwulenverband Deutschland

In jahrzehntelangen Kämpfen wurden Fortschritte bei der rechtlichen Anerkennung und gesellschaftlichen Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen erreicht. Diese positive Grundstimmung erweist sich derzeit jedoch als brüchig. Antifeministische Strömungen und religiös fundamentalistische Bewegungen verbinden sich aktuell mit homo- und transphoben Meinungen, die zum Teil in der „Mitte der Gesellschaft“ vertreten werden. Hier entstehen Anschlüsse an die Rhetorik rechtspopulistischer und rechtsextremer Lager.

Notwendig sind breite gesellschaftliche Bündnisse gegen Rassismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie sowie jede weitere Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Alle gesellschaftlichen Kräfte sind aufgefordert, sich bei der Arbeit gegen Homo- und Transphobie einzubringen: Vereine und Verbände, Gewerkschaften und Unternehmen, Medien, Wissenschaft, Kultur und Sport, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Ein wichtiges Element kann ein nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie sein, wie er im Koalitionsvertrag für die gegenwärtige Bundesregierung in Aussicht gestellt wurde. Homo- und Transphobie sind trotz aller gesellschaftlichen Fortschritte weiter ein Problem in unserer Gesellschaft. Immer wieder kommt es zu Anfeindungen und gewalttätigen Übergriffen auf LSBTI. Auf Bundesebene existieren bislang keine koordinierten staatlichen Programme gegen diese Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wir brauchen einen Aktionsplan für Vielfalt sowohl auf Bundes- wie auf Landesebene, für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen, entsprechende staatliche Programme und gezielte Präventionsmaßnahmen, um die Arbeit für Respekt nachhaltig zu fördern.

Solche Aktionspläne gibt es in immer mehr Bundesländern. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD wurde 2013 vereinbart: „Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen. Wir werden den „Nationalen Aktionsplan der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz“ um das Thema Homo- und Transphobie erweitern.“ Der LSVD hat im Sommer 2015 erste Eckpunkte für einen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie auf Bundesebene vorgelegt und die Bundesministerien angeschrieben, diese Eckpunkte bei Ihrer Arbeit zum Nationalen Aktionsplan zu berücksichtigen. Das will der LSVD Unter dem Motto "Liebe verdient Respekt" wirbt der LSVD in der Öffentlichkeit für die Akzeptanz schwuler und lesbischer Lebensweisen.

Viel ist erreicht, aber es bleibt noch viel zu tun. Wir machen mobil gegen Anfeindungen und Diskriminierung. Seien es nun homofeindliche Politiker oder religiöse Hassprediger: Wer gegen Lesben und Schwule hetzt, dem geben wir kräftig Kontra! Der LSVD versteht sich als Bürgerrechtsverband. Wir wollen erreichen, dass Schwule und Lesben ihre persönlichen Lebensentwürfe selbstbestimmt entwickeln können - frei von rechtlichen Benachteiligungen, frei von Anpassungsdruck an heterosexuelle Normen, frei von Anfeindungen und Diskriminierungen. Deshalb setzen wir uns für gesetzliche Gleichstellung auf allen Ebenen ein, ebenso für eine umfassende Antidiskriminierungsgesetzgebung. Wir wollen die lesbische und schwule Präsenz in Medien, Wissenschaft und Bildung stärken.

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