Das Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus - Who we are and what we do

Das Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus wurde von einigen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Journalistinnen am Rande einer Fachtagung im Jahr 2000 in Rostock gegründet. Die vorrangige Motivation war, einen regelmäßigen Austausch zwischen den verschiedenen Personen herzustellen, die zu dem Thema „Frauen und Rechtsextremismus“ arbeiten. Das Netzwerk ist überregional und interdisziplinär zusammengesetzt aus Soziologinnen, Politikwissenschaftlerinnen, Erziehungswissenschaftlerinnen/Pädagoginnen, Historikerinnen und Journalistinnen, die im inner- und außerhochschulischen Kontext aktiv sind.
Rechtsextremismus stellt für die demokratische politische Kultur, für das friedliche Zusammenleben der Menschen und für die leibliche Sicherheit von Minderheitsangehörigen, politisch Andersdenkenden u.a. eine anhaltende Bedrohung dar. Die Rechtsextremismus-Forschung bringt unverzichtbare Wissensbestände sowohl für den wissenschaftlichen als auch für den gesellschaftlichen Diskurs über die Phänomene, Ursachen und Entwicklungen der extremen Rechten hervor. Nach wie vor dominieren dabei allerdings männliche Perspektiven, nicht nur im Hinblick auf das Gros der ForscherInnen, sondern insbesondere auch im Hinblick auf die häufig fehlende Aufmerksamkeit für geschlechtsspezifische Aspekte des Forschungsgegenstands. Dem versucht das „Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus“ einen differenzierteren und geschlechter-reflektierenden Blick entgegenzusetzen, der für eine angemessene Analyse und für die Entwicklung situations- und zielgruppenorientierter Handlungsansätze unabdingbar ist. Dieses Anliegen wurde seit der Gründung des Netzwerkes durch vielfältige Aktivitäten und regelmäßige Arbeitstreffen umgesetzt:

  • Austausch aktueller Erkenntnisse (Recherchen, Auswertungen, Forschungen) über Aktivitäten, Publikationen und Äußerungen von Frauen im Spektrum der extremen Rechten
  • Diskussion und Einschätzung aktueller geschlechtsbezogener Phänomene und Prozesse in der rechtsextremen Szene im Kontext allgemein gesellschaftlicher und historischer Diskurse und Entwicklungen
  • Vermittlung, Austausch und Transfer der Erkenntnisse in die gesellschaftliche Debatte, z.B. in Form von Fortbildungen, Workshops, Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie in Form von Publikationen
  • Kooperation mit anderen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Vereinigungen / Organisationen im Bereich der politischen Bildungsarbeit
  • Bereitstellung von einschlägiger Expertise für journalistische, wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Bedarfe

Das Netzwerk konnte in seinen über 10-jährigen Aktivitäten eine stabile Kontinuität entwickeln, hat sich sukzessive um neue Mitglieder erweitert und ist inzwischen – über seine einzelnen Mitglieder oder als Netzwerk insgesamt – als „Reservoir“ einschlägiger und abrufbarer Fachkenntnisse bekannt. Auch wenn weiterhin die politische Praxis der Frauen in der extremen Rechten und deren Weiblichkeitskonstruktionen im Zentrum der Analysen stehen, beschäftigen sich die Netzwerkmitglieder ebenfalls mit Geschlechterverhältnissen und Männlichkeitskonzeptionen.
Die Mitglieder des Netzwerks pflegen einerseits ihre je spezifischen Teilexpertisen zum übergeordneten Thema durch individuelle Forschungs-, Recherche-, Bildungs- und Publikationsaktivitäten. Sie sind aber andererseits durch den intensiven Austausch auch in der Lage, sowohl allgemeine Überblickskenntnisse als auch Spezialaspekte der anderen Mitglieder in ihr Expertinnenwissen zu integrieren und zu präsentieren. Dabei wirkt sich die interdisziplinäre Zusammensetzung des Netzwerks sehr förderlich aus.
(Stand: Herbst 2012)

Kontakt: frauenforschungsnetzwerk@gmx.de