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Rechte Frauen

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Die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung untersucht Wahrnehmungsdefizite, die sich in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen gegenüber den Aktivitäten und Einstellungen rechtsextremer Frauen zeigen. Die Konsequenzen dieser Ausblendungen in staatlichem Handeln - insbesondere Polizei und Verfassungsschutz - sowie in Medien und zivilgesellschaftlicher Öffentlichkeit werden analysiert. Unser Ziel ist es, auf allen Ebenen ein stärkeres Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.
 
Frauen gelten häufig als Mitläuferinnen in der rechtsextremen Szene und qua Geschlecht als „friedfertig“, weniger gewalttätig und ungefährlicher als rechtsextreme Männer. Dadurch können sie oft unerkannt agieren.

Obwohl sie in rechten Gruppierungen präsent und aktiv sind und ihre Ideologie erkennbar vertreten, werden sie in der Nachbarschaft, vom Verfassungsschutz und der Polizei nur selten kritisch wahrgenommen.

Anhand von Fallbeispielen werden diese Blindstellen und ihre Folgen im neuen Projekt „Fokus Rechte Frauen“ verdeutlicht: Beate Zschäpe, die als mutmaßliches Mitglied des NSU jahrelang die bürgerliche Fassade des Trios nach Außen pflegte und auf diesem Wege ermöglichte, dass die Morde über einen sehr langen Zeitraum unerkannt blieben; die Sportlerin Nadja Drygalla, die nach Bekanntwerden ihrer Beziehung zu einem Neonazi die Olympischen Spiele verließ und daraufhin in den Medien als „harmlose“ und „unpolitische“ Frau dargestellt wurde. Zudem geht es um Fragen, die sich bei einem Ausstieg von Frauen und Müttern aus der Szene für Behörden und Ausstiegs-Programme stellen.

Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich zum Ziel, mehr Öffentlichkeit und eine stärkere Sensibilität für dieses Thema bei Medien, Partnerorganisationen, Polizei, Justiz und Politik zu schaffen.

Die thematische Expertise der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus wird als Grundlage für Handlungsempfehlungen, die die derzeitigen Defizite beheben können, dienen.
 
Darüber hinaus soll ein Austausch auf europäischer Ebene angeregt und die gesammelten Erfahrungen in der geschlechterreflektierenden Arbeit zu Rechtsextremismus geteilt werden.

Aktuelle Informationen zum NSU-Prozess finden Sie hier.

Für weitere Informationen oder Interview-Anfragen steht das Team der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus gern zur Verfügung.

 
 

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