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GMF und Rechtsextremismus - Prävention aus der Perspektive von Geschlecht

Die Amadeu Antonio Stiftung setzt im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ein bundesweites Strukturprojekt zur gendersensiblen Präventionsarbeit gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) und Rechtsextremismus um. Nach wie vor wird Rechtsextremismus häufig als „männliches Phänomen“ wahrgenommen. Mit solch einem verengten Blick geraten jedoch nicht nur rechtsextreme Frauen, ihre Strategien, Positionen und Handlungen aus dem Blick. Vielmehr bleiben Handlungsmöglichkeiten in der zivilgesellschaftlichen Arbeit verschlossen. Das betrifft auch den pädagogischen Bereich: In der Auseinandersetzung mit rechtsextrem orientierten Mädchen und Jungen bleiben deren geschlechtsbezogene Motive für eine Hinwendung zur rechten Szenen unberücksichtigt. Die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus will diese Diskussion vorantreiben. Sie kooperiert bundesweit mit Trägern und Projekten, die in diesem Themenfeld arbeiten, um neue Praxisansätze zu entwickeln, zu erproben und umzusetzen. Im Rahmen einer Praxisforschung werden Handlungsmöglichkeiten und Qualitätskriterien partizipativ erarbeitet, die für Fachkräfte in der Jugendarbeit hilfreich sind. Geplant sind Veranstaltungen und Veröffentlichungen sowie eine umfangreiche Auseinandersetzung mit „Hate Speech“ im digitalen Raum, Beratungsarbeit für Soziale Netzwerke und eine umfangreiche Online-Berichterstattung, die sich mit GMF aus Geschlechterperspektive auseinandersetzt.

In der Praxisforschung wenden wir uns zunächst schwerpunktmäßig der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen in der Jugendarbeit und in Jugendbildungseinrichtungen zu. Durch die Mädchenarbeit liegt ein reicher Erfahrungsschatz und Wissen über Interessen, Bedarfe und Belange von Mädchen und jungen Frauen vor. Sie setzt sich parteilich für den Abbau geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Benachteiligung ein und fördert das Selbstbewusstsein von Mädchen.

Unser Anliegen ist es, einen ganzheitlichen Blick auf Mädchen und junge Frauen zu richten und dabei der Frage des Umgangs mit diskriminierendem, abwertendem und gewalttätigem Verhalten von Mädchen sowie der Auseinandersetzung mit rechtsextrem orientierten Mädchen nachzugehen. Dafür wollen wir bestehende Erfahrungen für die pädagogische Präventionsarbeit gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus nutzbar machen.