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Fortbildungsangebot

Die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus bietet Fortbildung und Beratung in den Bereichen Kitaerziehung und Kinder- und Jugendarbeit an.

Für die zivilgesellschaftliche und pädagogische Arbeit gegen Rechtsextremismus ist es wichtig, Geschlechterstereotype wahrzunehmen. Rechtsextreme Milieus sind geprägt von traditionellen Vorstellungen vom „richtigen Kerl“ und der „wirklichen Frau“. Wenn Mädchen oder Jungen in die rechte Szene einsteigen, so orientieren sie sich oft an solchen Bildern. Für die Prävention spielen diese Fragen jedoch bislang kaum eine Rolle.
 
Geschlechterreflektierte Arbeit in der Kitaerziehung
Bislang gibt es nur wenige Erfahrungen, wie professionell gehandelt werden kann, wenn rechtsextreme Frauen in pädagogischen Einrichtungen arbeiten oder rechtsextreme Mütter sich in Elternvertretungen engagieren. Seit mehreren Jahren ist zu beobachten, dass rechtsextreme Familien in verschiedenen Regionen West- und Ostdeutschlands siedeln. Rechtsextreme Familien leben oft mit mehreren Kindern und versuchen über diesen Weg Anschluss an die Nachbarschaft und „Mitte der Gesellschaft“ zu erhalten. Nicht selten spielen Frauen und Mütter hierbei zentrale Rollen: Sie versuchen sehr strategisch, ihre menschenfeindliche Ideologie im näheren Umfeld zu verbreiten. Diese Probleme stellen Fachkräfte in Kindertagesstätten und Schulen vor vielfältige Herausforderungen, bei denen sie jedoch selten Unterstützung erhalten.

Wie erkenne ich das Problem und was können Erzieher/innen und Lehrer/innen tun, wenn sie mit rechtsextremen Eltern konfrontiert sind? Was heißt das für die Elternarbeit und wie kann die Arbeit mit den Kindern gestaltet werden? Welche Unterstützungs- und Beratungsangebote gibt es? Was kann ein Team und der Träger einer Einrichtung bzw. das Kollegium und die Schulleitung tun, wenn sie feststellen, dass sich ein/e Kolleg/in rechtsextrem engagiert?

Um diese und weitere Fragen zu klären, bietet die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus und das Projekt „Lola für Ludwigslust“ der Amadeu Antonio Stiftung Fortbildungen und Beratung/Coachings an. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

 
Geschlechterreflektierte Jugendarbeit
Mädchen und Jungen haben verschiedenste Motive, in die rechte Szene einzusteigen. Auch geschlechterspezifische sind darunter. So ist es für Jungen häufig attraktiv, sich als "deutscher Mann" aufzuwerten und an traditionellen Vorstellungen von Männlichkeit, wie "Durchsetzungsvermögen", "Dominanz" und "Gewaltbereitschaft" zu orientieren. Mädchen können einen Orientierung und Anerkennung in der traditionellen Rolle als Mutter finden und gleichzeitig von der Actionkultur der rechten Szene fasziniert sein. Wenn Pädagoginnen und Pädagogen Jugendliche unterstützen wollen, nicht in die rechte Szene einzusteigen, so ist es wichtig, diese Motive zu erkennen und auf sie zu reagieren.


Was tun?

  • Wenn mein/e Nachbar/in sich rechtsextrem engagiert und die Kinder mit dieser Ideologie aufwachsen?
  • Wenn mein Kind auf den Kindergeburtstag in eine Familie eingeladen wird, die in der NPD aktiv ist?
  • Wenn eine Elternvertreterin in der Kita völkische Ideen vertritt?
  • Wenn die Kollegin, der Kollege im Jugendclub, im Betrieb etc. in
  • der örtlichen Kameradschaft tätig ist?
  • Wie arbeite ich pädagogisch mit Kindern rechtsextremer Eltern?

 
Das Fortbildungsangebot richtet sich vornehmlich an folgende Zielgruppen:
 

  • Pädagog/innen aus Kindertagesstätten, Grund- und Ganztagsschulen
  • Familienhelfer/innen und Sozialarbeiter/innen, die in Ämtern oder bei freien Trägern arbeiten
  • Pädagog/innen, die in Jugendzentren tätig sind