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Zahlen und Fakten: Rechtsextremismus aus der Genderperspektive


Einstellungen zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
 
Betrachtet man Ergebnisse der sozialpsychologischen Einstellungsforschung, so zeigt sich, dass Einstellungen, die unter dem Syndrom der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit gefasst werden, gleichermaßen bei Frauen und Männern vorzufinden sind. Das heißt: Männer und Frauen sind in gleichem Maße rassistisch, antisemitisch, nationalistisch, antiziganistisch, sexistisch, homophob und feindlich gegenüber Menschen mit Behinderungen eingestellt oder nicht. Auf der Einstellungsebene finden sich keine geschlechtsspezifischen, signifikanten Unterschiede, bei manchen Phänomenen sind Einstellungen etwas häufiger bei Frauen, bei anderen bei Männern vorzufinden.
Informationen zur Untersuchung des Syndroms „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und zivilgesellschaftliche Gegenstratgien finden Sie hier.
 
Verhaltensebene
 
Die Statistiken zur prozentualen Verteilung von Frauen und Männern am Rechtsextremismus unterscheiden nach der Art der Beteiligung.
 
Straf- und Gewalttaten werden zu 90 % fast ausschließlich von Männern begangen. Studien, die nach den Ursachen der Entstehung von Gewalttätigkeit unter Mädchen und jungen Frauen sowie unter Jungen und Männern fragen, finden sich hier.
 
Mitgliedschaften in rechtsextremen Parteien verteilen sich heute bis zu 30% auf Frauen und zu 70% auf Männer.
 
Wahlverhalten: Etwa ein Drittel der für rechtsextreme Parteien abgegebenen Stimmen stammen von Frauen. Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass sich diese Verteilung unter den Geschlechtern angleicht und mittlerweile 60% rechtsextremer Stimmen von Männern, 40% von Frauen abgegeben werden.
 
Differenzierte Angaben zu diesen Fragen finden sich unter anderem in den Veröffentlichungen von Prof. Dr. Renate Bitzan.
 
Weitere Informationen finden Sie in den Studien: