Fachtagung Privatsache

© Amadeu Antonio Stiftung

 

Fachtagung: „…das ist deren Privatsache?“

 

 

 

 

 

 

Fachtagung: „…das ist deren Privatsache?“

Familienberatung im Kontext von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus

 

Dienstag 21. März 2017

Landeszentrale für politische Bildung, Amerika-Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin

Eltern oder Angehörige, deren Kinder sich in rechtsextreme Lebenswelten oder Gruppierungen orientieren oder die sich demokratie- und menschenfeindlich positionieren, reagieren oft verunsichert. Diskussionen und Streit in den Familien über unterschiedliche politische Meinungen haben erheblichen Einfluss auf die Qualität der Beziehungen. Einerseits können und wollen Eltern menschenfeindliche Äußerungen ihres Kindes nicht hinnehmen, andererseits soll und darf der Kontakt zum Kind  nicht verloren gehen. In den vergangenen Jahren haben betroffene Eltern wiederholt auf ihren Bedarf an Beratung und Unterstützung hingewiesen. Für viele ist es nach wie vor schwierig, ein kompetentes und niedrigschwelliges Angebot zu finden.

Hier setzt die Konferenz an: Wir sprechen Fachkräfte aus Jugendhilfe, Schule und anderen Kontexten an, die mit Eltern arbeiten. Sie sollen dabei unterstützt werden, Handlungssicherheit in der Familienberatung im Umgang mit Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu bekommen. Phänomene wie Rassismus oder Ultranationalismus bedürfen in unserer Einwanderungsgesellschaft eines professionellen Umgangs. Wie unterstützen wir demokratisch eingestellte Eltern?  Wie beraten wir Eltern, die Feindbilder und Vorurteile teilen und dennoch Nachteile für ihre Töchter/Söhne befürchten, die sich rechtsextrem orientieren? Welche Kooperationen zwischen Eltern, Schule oder Jugendhilfe sind hier sinnvoll?

Neben dieser Zielgruppe stellen auch rechtsextreme Elternhäuser pädagogische Fachkräfte vor große Herausforderungen. Auf der Konferenz erörtern wir die Rolle der Familiengeschichte bei der Herausbildung rechtsextremer Orientierungen. Außerdem wenden wir uns Einstiegsmotiven zu, die Jugendliche veranlassen, Mitglied in rechtsextremen Gruppierungen zu werden. Erfahrungen aus der Beratungsarbeit werden vorgestellt und Themen für spezifische Kontexte aufgeworfen: Wie können z.B. Väter so angesprochen werden, dass sie Beratungsangebote als hilfreich und annehmbar erleben? Was können Elternvertretungen und -beiräte tun? Und was bedeutet es, sensibel für verschiedene Erfahrungen in unterschiedlichen Herkunftsmilieus zu sein und wie kann ich dies umsetzen?

 

Programm

9:30      Ankommen und Kaffee

10:00    Begrüßung durch Simone Rafael (Moderation, Amadeu Antonio Stiftung)

10:15    Vortrag: „Oma war in Ordnung“. Die Rolle intergenerationaler Tradierung des Redens über den Holocaust und Nationalsozialismus in Familien, deren Kinder sich in die rechtsextreme Szene orientieren (Prof. Dr. Michaela Köttig, Frankfurt University of Applied Sciences)

11:30    Pause

11:45    Grußwort: Manuela Schwesig (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

12:00    Input: Eltern rechtsextrem orientierter Jugendlicher – ein Thema für Familienberatung und -bildung? - Besonderheiten und Standards (Lisa Hempel, Fachstelle Rechtsextremismus und Familie, LidiceHaus Bremen; Eva Prausner, Projekt ElternStärken, Berlin; Torsten Niebling Rote Linie, Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg, beratungsNetzwerk hessen)

12:30    Input: Elternberatung aus Genderperspektive. Was heißt das für professionelles Handeln? (Dr. Heike Radvan, Fachstelle Gender und Rechtsextremismus, Amadeu Antonio Stiftung Berlin; Prof. Dr. Esther Lehnert, Alice Salomon Hochschule Berlin)

13:00    Mittagspause

14:00    Workshops

Workshop 1 - Beratung von Eltern rechtsextrem orientierter Kinder – eine Aufgabe von Familienberatung?

Workshop 2 - Väterarbeit: Rolle von Vätern in Beratungsprozessen

Workshop 3 - „Alles halb so wild?“ Aktuelle Entwicklungen rechtsextremer Szenen. Was bedeutet das für die Arbeit mit Eltern?

Workshop 4 - Diskriminierung und rechtsextreme Orientierungen – (k)ein Thema für die Elternvertretung?

Workshop 5 - Familienberatung und Elternarbeit in der Einwanderungsgesellschaft

16:00    Kaffee

16:30    Ausklang und Perspektiven

17:00    Schluss

 

Flyer mit ausführlichem Programm (PDF-Dokument, 678.6 KB) und Informationen

 

Dokumentation (PDF-Dokument, 1.6 MB)der Fachtagung (PDF 1,6 MB)

 

Anmeldung mit Workshopnennung bis 7. März 2017 unter: netzwerke@amadeu-antonio-stiftung.de

Bitte vermerken Sie bei Ihrer Anmeldung, ob Sie ein Zimmer (auf eigene Rechnung) benötigen. Sollte mangelnde Kostendeckung für Reise und Unterkunft ein Grund dafür sein, nicht teilnehmen zu können, sprechen sie uns bitte an (netzwerke@amadeu-antonio-stiftung.de).

 

Kontakt

Amadeu Antonio Stiftung, Novalisstraße 12, 10115 Berlin

netzwerke@amadeu-antonio-stiftung.de, Tel.:  030 240 886 10, Fax:  030 240 886 22

 

Die Veranstaltung wird gefördert durch:

Die Fachtagung wird in Kooperation der Amadeu Antonio Stiftung e.V., Projekt ElternStärken, pad gGmbH, LidiceHaus Bremen und Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in  Sachsen-Anhalt e.V. veranstaltet. Sie wird gefördert im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Frauen, Soziales, Familie und Jugend, von der Dreilinden gGmbH, der Freudenbergstiftung, dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.